Massagen

Massagen – warum sie gut tun und wie sie wirken

Für immer mehr Menschen gehören Massagen zum persönlichen Wohlfühl- und Präventionsprogramm. Wie genau Massagen auf den Körper wirken und warum sie auch für die Psyche wichtig sind, lesen Sie hier.

Die Kunst der Massage gibt es wahrscheinlich, seit es Menschen gibt. Zumindest findet man Hinweise darauf in allen historischen Kulturen weltweit: Massiert wurde schon vor tausenden Jahren in Indien, China, auf Hawaii und bei den indianischen Ureinwohnern. Auch Römer und Kelten sind für ihre Badekulturen bekannt, wo ebenfalls massiert wurde.

Heutzutage gehören Massagen zur empfehlenswerten Gesundheitsprävention und zur Behandlung unterschiedlicher Leiden am Bewegungsapparat des Menschen.

Massagen haben verschiedene Wirkungen auf mechanischer, hormoneller, energetischer und psychologischer Ebene. So kommen sie inzwischen auch in der Behandlung psychischer Krankheiten wie Burnout und Depression zum Einsatz.

Was ist der Unterschied zwischen medizinischen Massagen und Wellnessmassagen?

Wir unterscheiden drei Arten von Massagen:

⇒ Erstens gibt es Medizinische Massagen („Schwedische Massage“), die vom Arzt verordnet und in einer Physiotherapiepraxis von staatlich geprüften Masseuren oder Physiotherapeutinnen durchgeführt werden.

⇒ Zweitens werden vielerorts in Spas, Hotels, Wellnessanlagen und von Massagetherapeuten wie mir Wellnessmassagen angeboten. Letztere haben keinen direkten medizinischen Heilungsanspruch und dienen dem allgemeinen Wohlbefinden – was ebenso heilsam sein kann. Auch Wellnessmassagen helfen bei Verspannungen. Sie basieren auf jahrtausendealten Massagetechniken aus vielen Kulturen der Welt. Bekannte Varianten sind die Ayurvedamassage, die Hawaiianische Massage, die Thaimassage, die chinesische Tuinamassage, die Balinesische Massage, die Fußreflexzonenmassage und die Aromaölmassage. Wellnessmassagen werden meistens mit mehr oder weniger Öl als Ganzkörper- oder Teilkörpermassage gegeben.

⇒ Der dritte Bereich sind die erotischen Massagen bzw. Tantramassagen, aber das ist ein eigenes Thema, was andere Anbieter abdecken. In diesem Blogartikel geht es um die Wirkung von Wellnessmassagen.

Was bewirkt die Wellnessmassage im Körper?

Lockerung des Körpers und Gehirns

Die unmittelbare Wirkung auf den Zustand unserer Muskulatur spürt man als Massagegenießer ganz schnell: Verhärtungen werden weicher, Schmerzen lassen nach, die Durchblutung im Gewebe wird verbessert, auch der Fluss von Gewebsflüssigkeit zwischen einzelnen Zellen. Die Faszien, ein Bindegewebe, was alle Körperstrukturen umschließt, werden wieder flexibel. Die massierten Bereiche fühlen sich nach der Massage gleicht wärmer an, lockerer, entspannter und oft auch schwerer, weil die Muskeln losgelassen haben. Dauert die Massage lange genug für eine tiefe mentale Entspannung, so ähneln die Effekte auf die Gehirnströme jenen der Mediation. Diese Alphawellen sorgen für echte Erholung. Sanfte Hintergrundmusik unterstützt diesen mentalen Effekt.

Hormonelle Wirkungen

Schon nach einer 45-minütigen Massage verringert sich das Stresshormon Cortisol nachweislich, das fanden Forscher in den USA heraus. Zudem erhöht sich die Anzahl der Lymphozyten, die ein wichtiger Teil der Immunabwehr sind und den Körper nach Eindringlingen wie Bakterien, Viren und Giften scannen.

Man weiß inzwischen auch, dass Massagen die Produktion von Wohlfühlhormonen anregen wie Dopamin und Oxytocin. Dieses auch als Bindungshormon bekannte Hormon macht uns stressresistenter und ausgeglichener.

Energetische Anregung

In der chinesischen Medizin geht man von der Vorstellung aus, dass der Körper von Energiebahnen durchzogen ist, den Meridianen. Auf diesen befinden sich Akupunkturpunkte, die den Energiefluss fördern oder behindern können. Die Arbeit an Akupunkturpunkten ist inzwischen auch schon in der schulmedizinischen Schmerzbehandlung anerkannt.

Zudem finden sich in fernöstlichen Gesundheitslehren auch die Idee von sieben Energiezentren im Körper, den Chakren. Gesundheitstechniken wie das Yoga und Ayurveda arbeiten auch mit dieser Vorstellung von Energie im Körper. Mit den Massagen aus den fernöstlichen Traditionen werden bewusst Energieflüsse angeregt und gelenkt und blockierte Ströme wieder in Fluss gebracht.

Psychoaktive Effekte

In den letzten Jahren rücken die psychologischen Effekte von Massagen ins Bewusstsein der Schulmedizin. Seit den 1980er-Jahren kamen insbesondere durch die Osho-Bewegung verschiedene Berührungsbehandlungen als Teil der alternativen Körpertherapien auf. Inzwischen bilden diese eine wertvolle nonverbale Ergänzung der klassischen gesprächsbasierten Psychotherapie. Im Körper sind Gefühle gespeichert, auch Traumata. So kann Körpertherapie ein Weg sein, um Traumas aufzulösen, zum Beispiel mit Somatic Experience.

Aber auch als Wohlfühlmassage im Stil einer LomiLomi-, Ayurveda- oder Aromaöl-Massage hat eine Massage schon deutliche Wirkung auf die Psyche: Die Berührung hilft, den eigenen Körper wahrzunehmen, die eigenen Grenzen zu spüren, das Körperbild zu überprüfen. Die Haut ist unsere Körpergrenze und in ihr melden sogenannte Rezeptoren Reize wie Druck, Spannung, Vibration, Bewegung, Wärme usw.

Buddhakopf mit Licht - psychoaktive MassagenFür die Bewertung eines Berührungsreizes als „angenehm“ ist das c-taktile Nervennetz zuständig. Dieses meldet bei sanfter und rhythmischer Berührung, wie man sie aus den Wellnessmassagen kennt, angenehme, wohlige Empfindungen ans Gehirn. So entsteht das Gefühl, in Geborgenheit zu baden, wenn man sich einer sanften Wellnessmassage hingibt. In Deutschland setzt Prof. Dr. Bruno – Müller-Oehrlinghausen Massagen bei der Behandlung von Depressiven ein. Zusammen mit der Körpertherapeutin Gabriele Mariell Kiebgis veröffentlichte er 2018 das Buch „Berührung“.

Der Einsatz von psychoaktiven Massagen in der psychotherapeutischen Arbeit steht noch am Anfang, zeigt aber großes Potenzial.

Wann ist eine Massage sinnvoll? Und wann nicht?

Ganz klar: Massagen tun immer gut, wenn jemand die Lust darauf verspürt. Man spürt im Allgemeinen ja selbst, was man braucht. Und wenn man sich nach Berührung sehnt, ist eine Wellnessmassage ideal.

Und da zu einer guten Massage ein Vorgespräch gehört, kann die Behandlerin den Ablauf auf eventuell körperliche Hindernisse abstimmen. Es gibt nur wenige Gründe, die das ausschließen: Bei Krampfadern dürfen die Beine nicht massiert werden, nur sanftes Darüberstreichen ist in Ordnung. Natürlich massiert man nicht bei offenen Verletzungen oder frischen OP-Nähten. Auch nicht bei einem akuten Bandscheibenvorfall, der gehört in die Hände Ihres Orthopäden und Physiotherapeuten. Bei Schwangerschaft werden Massagen darauf abgestimmt, zum Beispiel massiere ich die Frau in Seitenlage und lasse bestimmte Bereiche aus, um keine Wehen auszulösen. Im Falle einer Krebserkrankung sollte man vorher den behandelnden Onkologen fragen, ob je nach Art der Erkrankung und Behandlungsphase etwas gegen eine Massage spricht. Oft ist eine Massage in dieser Zeit ein wohltuender Kontrast zu den unangenehmen Behandlungen. Es tut der Seele auch gut, sich wieder als Kunde bzw. Kundin zu fühlen, statt als Patient.

Wie oft kann man eine Wellnessmassage genießen?

Die Frage, wie oft man sich eine Wellnessmassage gönnt, ist eher eine Frage des Geldbeutels. Da die Wirkung meist ein paar Tage anhält, wäre ein wöchentliches Intervall ideal, aber das sprengt die meisten Budgets. Mit einer monatlichen Massage tut man auch schon viel für sich und die Gesundheitserhaltung.

Bei einer akuten Erschöpfungskrise oder einem psychologischen Tief empfiehlt sich auch eine Woche mit täglichen Massagen. Und natürlich auch als Belohnungswoche, um sich etwas zu gönnen oder als regelmäßige Prävention. Diesen Kur-Gedanken kennt man auch aus den Ayurvedakuren, wo tägliche Massagen Teil des Entgiftungsprogrammes sind. Ich habe dieses Konzept in der Intensivwoche zur Burnout-Prävention aufgegriffen.

Wie lange dauert eine Behandlung?

Viele Wellnessmassagen werden in Zeiteinheiten ab 30 Minuten für Teilbereiche des Körpers angeboten zum Beispiel den Rücken. Das bewirkt auch schon einiges auf der körperlichen Ebene von Muskelentspannung. Für echte tiefe Entspannung des gesamten Körper-Seele-Systems sollte man allerdings mehr Zeit investieren, denn in einer halben Stunde können die wenigsten Menschen abschalten. Deshalb biete ich diese kurze Einheit auch nicht an.

Um auch mental in den Alphawellenzustand zu kommen und um die hormonellen Veränderungen anzuregen, sollte man mindestens 60 Minuten buchen, besser 90 Minuten. Bei mir sind auch 120 Minuten möglich. Hier finden Sie alle Massagen und Preise in der Übersicht.

Woran erkennen Sie eine gute Massage?

Wie bei allen Dienstleistungen gibt es sehr große Qualitätsunterschiede auch bei Massagen. Gute Arbeit hat ihren Preis und der ist berechtigt. Wenn eine Masseurin/ein Masseur im Fließbandbetrieb eines Hotel-SPAs sieben bis acht Massagen in acht Stunden geben müssen, und davon trotzdem kaum leben kann, leidet meist die Qualität.

Genug Zeit für den Kunden

Eine gute Massage wird in Ruhe vorbereitet und individualisiert gegeben. Zudem braucht es zwischen den Kunden Zeit, um den Raum und die Arbeitsmittel zu reinigen und für jeden Gast zu lüften. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für die teurere Massage mit einer individuellen Behandlung und genug Zeit für Vorgespräch und Nachruhe. Welche Qualitätskriterien ich für mich darüber hinaus definiert habe, lesen Sie in diesem Blogartikel: „Was eine Wellnessmassage gut macht“

Umgebung, Raum und Hygiene

Massageraum SiegburgBeim ersten Eintreten zeigt sich, ob Sie einen guten, aufgeräumten Eindruck von den Räumen haben. Ist es sauber? Sind die Handtücher frisch? Riecht es angenehm? Ätherische Duftöle födern die Entspannung. Wie sieht im Bad aus? Gefällt Ihnen der Raum? Die Dekoration ist zwar immer Geschmackssache, aber in einer passenden Umgebung lässt es sich leichter entspannen, als in einer, in der Sie sich nicht wohl fühlen. Und, ganz wichtig: Ist es warm genug?

Vorgespräch und individuelle Abstimmung

Vor jeder Massage ist ein kleines Gespräch wichtig, wo Sie nach Allergien gegen das Massageöl oder aktuellen Schmerzen befragt werden. Tut es gerade irgendwo weh? Was ist Ihnen in der Massage wichtig, geht es um ein allgemeines Entspannen oder um die Nackenverspannung von der Büroarbeit? Geht es Ihnen gerade super und Sie wollen das mit einer Massage feiern? Mit diesen Informationen kann die Masseurin das Programm auf den Kunden abstimmen. Auch nach der Massage sollte etwas Zeit sein, um sich in Ruhe anzukleiden und zu verabschieden.

Innere Haltung von Präsenz

Ihre Masseurin/ Ihr Masseur sollte von Anfang an Präsenz und Ruhe ausstrahlen. Die innere Haltung ist wichtig: Sie stehen im Mittelpunkt. Die Massagechoreografie sollte stimmig sein, die Reihen der massierten Körperteile logisch, also z.B. von den Füßen nach oben arbeiten oder anders herum. Fließende Übergänge. Die Masseurin / der Masseur sollten Sicherheit vermitteln. Das spürt man, denn man kann selbst erst dann gut loslassen, wenn das Gegenüber in sich klar und sicher ist. Die richtige innere Haltung macht eine präsente Berührung, die nicht kitzelt oder vage ist. Aber auch nicht zu dominant.

„Massage ist nonverbale Kommunikation. Ein Einschwingen auf die Kundin, sodass sie selbst wieder weicher schwingt und sich selbst wieder spürt.“

Vielleicht ist es genau dass, wonach sich immer mehr Menschen in dieser reizüberfluteten Zeit sehnen. Ein nonverbaler Kontakt im Außen, der den Kontakt mit sich selbst nach Innen möglich macht.

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